
Bankschließfach-Einbruch: 3.200 Schließfächer aufgebrochen – Millionenverlust für Bankkunden
19. Januar 2026
Fordern auch Sie Ersatz für schiefgelaufene Devisenoptionsgeschäfte!
Zwischen 2007 und 2009 hat die Bank Austria ein komplexes Derivatprodukt unter dem Namen SYNTHI Schweiz an zahlreiche Anleger vertrieben. Unter dem harmlos klingenden Begriff „synthetischer Fremdwährungskredit“ wurde tatsächlich eine hochriskante EUR-Put/CHF-Call-Devisenoption verkauft. Dabei übernahmen Kunden die Rolle des Stillhalters – ein erheblicher Nachteil, der Vielen nicht bewusst war und ist.
Was war das Problem mit SYNTHI Schweiz?
Nur mit entsprechendem Sachverständigen-Wissen ist es möglich zu durchschauen, dass die Bank das Produkt in einer Weise ausgestaltet hat, die das Verlustrisiko von Beginn an massiv erhöhte und dies stets zulasten der Kunden.
Wie funktioniert ein solches Produkt beziehungsweise wie ist es ausgestaltet?
Ein synthetisches Devisenoptionsgeschäft ist ein Finanzprodukt, das aus einer Kombination von Optionen konstruiert wird und oft die Eigenschaften eines klassischen Fremdwährungskredits nachbildet – mit dem Ziel, von Wechselkursbewegungen zu profitieren oder Kreditkonditionen zu optimieren. In der Praxis ist es jedoch oft hochkomplex und risikoreich.
Beispiel: „Synthetischer Fremdwährungskredit“ (wie bei SYNTHI Schweiz):
- einen EUR-Put / CHF-Call verkauft (Stillhalter-Position),
- d. h. er verpflichtet sich, Euro zu einem bestimmten Kurs (Strike) gegen Schweizer Franken zu verkaufen, falls der Kurs in einem bestimmten Bereich bleibt.
Hintergrund:
Der Kunde erhält für diese Optionsstruktur oft einen niedrigeren Kredit- oder Zinsaufwand, trägt aber das volle Wechselkursrisiko.
Schritt-für-Schritt-Ablauf eines solchen Geschäfts:
- Vertragsabschluss:
Der Kunde schließt mit der Bank ein Devisenoptionsgeschäft ab, häufig eingebettet in einen Kreditvertrag. - Ausgestaltung als KIKO (Knock-In, Knock-Out):
- Knock-In: Wenn der Wechselkurs ein bestimmtes Niveau erreicht, aktiviert sich die Option.
- Knock-Out: Fällt oder steigt der Kurs über einen definierten Schwellenwert hinaus, erlischt die Option.
- Laufzeit:
Während der Laufzeit wird der Kursverlauf laufend beobachtet. Die Option wird nur wirksam, wenn bestimmte Bedingungen eintreten. - Am Ende (oder bei Auslösung):
- Muss der Kunde Euro zu einem unvorteilhaften Kurs verkaufen, wenn z. B. der Franken stark aufwertet.
- Daraus entstehen teils massive Wechselkursverluste, die über den Kredit hinausgehen.
Warum ist das riskant?
- Der Kunde agiert wie eine Bank oder ein Hedgefonds, ohne über die nötigen Risikopuffer zu verfügen.
- Die Verlustwahrscheinlichkeit ist asymmetrisch: Der maximale Gewinn ist begrenzt (z. B. durch einen Zinsvorteil), der Verlust kann dagegen enorm sein.
- Häufig war die Beratung unzureichend, sodass Kunden nicht verstanden, dass sie Stillhalter hochriskanter Optionen wurden.
Ist ein derartiges Produkt für normale Kreditnehmer geeignet?
In der Regel: Nein.
Ein synthetisches Devisenoptionsgeschäft – insbesondere mit KIKO-Struktur – ist für den durchschnittlichen Bankkunden kaum verständlich, und zwar aus mehreren Gründen:
- Komplexe Terminologie und Struktur
Begriffe wie Put-Option, Call-Option, Stillhalterposition, Knock-In/Knock-Out oder implizite Volatilität sind für Laien meist nicht greifbar. Sie klingen technisch und werden oft nicht verständlich erklärt.
- Asymmetrisches Risiko
Solche Produkte bieten oft nur begrenzten Gewinn (z. B. etwas niedrigere Zinsen), aber unbegrenztes Verlustrisiko, was dem Laien meist nicht bewusst ist. Viele Kunden denken, sie hätten einen günstigeren Kredit aufgenommen – nicht, dass sie eine spekulative Option verkauft haben.
- Fehlende Risikoaufklärung
In vielen Fällen wurden diese Produkte als Fremdwährungskredit mit Absicherung verkauft, ohne dass die Bank vollständig erklärt hat, dass der Kunde eine aktive spekulative Position eingeht – auf eigene Rechnung und Risiko.
- Psychologische Fehlannahmen
Viele Kunden vertrauten darauf, dass "die Bank schon weiß, was sie tut", und dass man nicht mehr verlieren kann, als man aufgenommen hat. Beides stimmt in diesen Fällen oft nicht.
- Dynamisches Risikoprofil
Der Risikoverlauf ist nicht linear und hängt stark von Wechselkursentwicklungen ab, die der Kunde weder kontrollieren noch verstehen kann – das macht es kaum kalkulierbar.
Fazit:
Ein solcher Vertrag hätte nie an private Kleinanleger verkauft werden dürfen. Wenn keine umfassende Aufklärung stattfand, ist aus juristischer Sicht oft von einer Fehlberatung auszugehen.


