
Krypto-Betrug, eingefrorene Konten und Haftung von Kryptobörsen – Welche Rechte Anleger nach MiCAR haben
6. Mai 2026FMA-Warnungen 2026: Krypto-Betrug, Fake Broker, Bitcoin-Scams und Online-Anlagebetrug nehmen massiv zu


Die aktuellen Warnungen der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA zeigen deutlich, dass der Bereich Online-Anlagebetrug, Bitcoin-Betrug und Krypto-Scams mittlerweile eines der größten Risiken für Verbraucher und Anleger geworden ist.
Zu den von der FMA im Jahr 2026 genannten bzw gewarnten Plattformen und Anbietern zählen unter anderem:
- VisionInvesti
- Capital Express MetaTrade
- Finio24
- NextChain
- ZyphorBit
- Zignalor
- Mining Race
- Tag Markets
- AT-GRUPPO24
- World Finanz
- Capvest Consulting
- Novator Consulting
- K-03 Markt-Insights-Pioniere
- sowie zahlreiche weitere internationale Plattformen und angebliche Investmentanbieter.
Die Finanzmarktaufsicht weist ausdrücklich darauf hin, dass Unternehmen, die konzessionspflichtige Finanzdienstleistungen, Wertpapierdienstleistungen oder Bankgeschäfte in Österreich anbieten, grundsätzlich eine entsprechende Bewilligung benötigen.
Dennoch gelingt es Betrügern immer wieder, über:
- Social Media,
- Google Werbung,
- YouTube,
- WhatsApp,
- Telegram,
- Instagram,
- Facebook,
- TikTok,
- Dating-Plattformen,
- E-Mail-Kampagnen,
- sowie angebliche Investment-Coaches
Anleger zu täuschen und zu hohen Überweisungen zu bewegen.
Besonders problematisch ist dabei, dass viele Betrugsmodelle heute hochprofessionell organisiert sind.
Die Täter verwenden häufig:
- Deepfake-Videos,
- künstliche Intelligenz,
- KI-generierte Stimmen,
- gefälschte Nachrichtenartikel,
- manipulierte Trading-Apps,
- Fake-Support-Mitarbeiter,
- gefälschte Zertifikate,
- gefälschte FMA- oder EU-Registrierungen,
- sowie angebliche Prominentenempfehlungen
Teilweise werden sogar bekannte Persönlichkeiten, Nachrichtensprecher oder Unternehmer mittels künstlicher Intelligenz nachgeahmt, um Seriosität vorzutäuschen.
Viele Geschädigte berichten, dass sie zunächst nur kleine Beträge investiert haben. Danach werden häufig angebliche Gewinne angezeigt. Die Plattformen wirken professionell, die Benutzeroberflächen sehen echt aus und teilweise erfolgen sogar kleinere Testauszahlungen.
Dadurch entsteht bei vielen Betroffenen der Eindruck, dass tatsächlich erfolgreich investiert oder gehandelt wird.
In weiterer Folge beginnt jedoch regelmäßig die eigentliche Betrugsphase:
- Anleger werden zu immer höheren Einzahlungen gedrängt,
- angebliche Steuerforderungen werden verlangt,
- es werden „Freischaltungsgebühren“ gefordert,
- zusätzliche Sicherheitsleistungen sollen erbracht werden,
- oder Auszahlungen werden plötzlich verweigert.
In vielen Fällen werden Konten eingefroren oder der Kontakt vollständig eingestellt.
Besonders häufig betroffen sind Fälle im Zusammenhang mit Kryptowährungen und internationalen Kryptobörsen.
Immer wieder berichten Betroffene über Probleme mit:
- Binance
- Bybit
- Coinbase
- Kraken
- Bitpanda
- Crypto.com
- OKX
- KuCoin
- MEXC
- Bitget
- MetaMask
- Trust Wallet
- Ledger Wallet
- Trade Republic
- Revolut
- eToro
- Libertex
- XTB
- Plus500
- sowie anderen internationalen Plattformen.
Dabei geht es häufig um:
- eingefrorene Konten,
- gesperrte Accounts,
- verweigerte Auszahlungen,
- fehlende Kommunikation,
- Wallet-Hacks,
- ungewöhnliche Transaktionen,
- fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung,
- Phishing-Angriffe,
- kompromittierte Geräte,
- manipulierte Apps,
- oder den Verlust von Kryptowährungen.
Gerade im Zusammenhang mit Kryptowährungen stellt sich zunehmend die Frage, ob Kryptobörsen, Banken oder Zahlungsdienstleister ihren gesetzlichen Schutz-, Kontroll- und Sorgfaltspflichten ausreichend nachkommen.
Mit der europäischen MiCAR-Verordnung („Markets in Crypto Assets Regulation“) wurden erstmals einheitliche europäische Regeln für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen („CASPs“) geschaffen.
Diese neuen Vorschriften verpflichten Kryptobörsen und Kryptoanbieter insbesondere zu:
- Geldwäscheprävention,
- KYC-Prüfungen,
- Compliance-Systemen,
- IT-Sicherheitsmaßnahmen,
- Cybersecurity,
- Risikomanagement,
- Schutz der Kundengelder,
- organisatorischen Kontrollmechanismen,
- transparenter Kommunikation,
- sowie ausreichender personeller und finanzieller Ausstattung.
Gerade diese neuen regulatorischen Verpflichtungen können in Zukunft erhebliche Bedeutung für mögliche Schadenersatzansprüche haben.
Immer häufiger stellt sich nämlich die Frage:
Hätte der Anbieter den Betrug erkennen oder verhindern müssen?
Zu prüfen sind insbesondere:
- auffällige Transaktionsmuster,
- ungewöhnlich hohe Überweisungen,
- fehlende Warnhinweise,
- mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen,
- unzureichende Betrugsprävention,
- fehlende starke Kundenauthentifizierung,
- Verstöße gegen Geldwäschepflichten,
- sowie mögliche Verstöße gegen Verbraucherschutz- und Compliancevorschriften.
In manchen Fällen kommen daher insbesondere in Betracht:
- Schadenersatzansprüche,
- Rückforderungsansprüche,
- Ansprüche nach dem Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG),
- Ansprüche gegen Banken,
- Ansprüche gegen Kryptobörsen,
- Ansprüche gegen Zahlungsdienstleister,
- Beschwerden bei Aufsichtsbehörden,
- strafrechtliche Maßnahmen,
- einstweilige Sicherungsmaßnahmen,
- sowie gerichtliche Verfahren.
Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Haslinger beschäftigt sich seit Jahren mit komplexen Finanzierungs-, Verbraucher- und Bankrechtsfällen und vertritt zunehmend geschädigte Anleger im Zusammenhang mit:
- Bitcoin-Betrug,
- Krypto-Betrug,
- Fake-Broker-Fällen,
- Online-Trading-Betrug,
- Wallet-Betrug,
- Phishing,
- Romance-Scams,
- Social Engineering,
- Kontosperren,
- verweigerten Auszahlungen,
- sowie Streitigkeiten mit Banken, Kryptobörsen und Zahlungsdienstleistern.
Die Kanzlei unterstützt Mandanten insbesondere bei:
- der rechtlichen Analyse des Sachverhalts,
- der Prüfung möglicher Haftungsansprüche,
- der Aufarbeitung komplexer Zahlungs- und Transaktionsketten,
- der Kommunikation mit Banken und Kryptobörsen,
- außergerichtlichen Aufforderungsschreiben,
- Deckungsanfragen bei Rechtsschutzversicherungen,
- sowie der gerichtlichen Durchsetzung von Ansprüchen.
Die Betreuung erfolgt modern, effizient und auf Wunsch vollständig online oder telefonisch.
Gerade bei internationalen Kryptofällen ist rasches Handeln entscheidend, da Wallet-Daten, Kommunikationsverläufe, Überweisungsdaten und Transaktionsinformationen möglichst früh gesichert werden sollten.
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